Macht der Spiegel hier Wahlkampf für die AfD? Wenn man sich Rechte aufs Cover packt, dann sollte man das wirklich auf eine Art tun, die sie nicht mega ikonisch aussehen lässt. Das hier kann sich Ulrich Siegmund doch einrahmen und ins Wohnzimmer hängen 😂
Chef vom Dienst bei Jacobin.
»Bauchlinker Normie« laut jacobin.de/quiz
Das sehe ich auch so und habe schon vor 24 Jahren in einem Zeitschriftentext geschrieben:
„Die Linke wird erst dann wieder Perspektiven in der Gesellschaft haben, wenn sie selbst Perspektiven für diese Gesellschaft hat. Um diese Perspektiven zu gewinnen, sollte sich die Linke mit aller gedanklichen Konsequenz auf den Standpunkt begeben: Wir müssen diesen Laden übernehmen. … Diese Haltung ist wichtig, weil erst mit ihr der nötige Ernst, die nötige Konsequenz und damit vielleicht auch die unabdingbare Streitlust in die Sache kommt.“ Thie, Hans (2002). Zukunftsprojekte aus der Vergangenheit. Über die selbst verschuldete Unmündigkeit der Linken und ihre mögliche Rückkehrin die politische Arena. In: UTOPIE kreativ, H. 146 (Dezember 2002), S. 1080-1087
@hansthie Volltreffer! Hätte man mal vor 24 Jahren auf Dich gehört.
@thomaszimmermann Solche Ambitionen würden sich dann in einem anderen politischen Handeln ausdrücken oder in einer angepassten Rhetorik des Spitzenpersonals?
@Fay Ich würde sagen, man muss erst den Entschluss fassen, dass man mehr sein will als eine 10-Prozent-Partei, mehr als ein Baustein eines »progressiven Bündnisses«. Dann das politische Handeln entsprechend ausrichten. Und wenn es beginnt, Früchte zu tragen, kann auch das Spitzenpersonal anfangen, darüber zu reden, ohne dass es lächerlich klingt.
@thomaszimmermann Okay aber ernsthaft, was sagen wir zur Idee, die Bestände von DW und co. zu verscherbeln? Die Frage wäre, welche Verbündeten man dafür überhaupt finden würde, weil offensichtlich ist selbst das der FDP zu heiß.
Es ist wirklich traurig, wenn man Politikberatung für Libs machen muss...
@adyzymberi Genau null Parteien vertreten so eine Politik, insofern wird das praktisch sicherlich nicht passieren. Theoretisch fände ich es aber interessant, wenn es so eine politische Kraft gäbe. Ich persönlich habe jedenfalls nichts gegen selbstgenutztes Wohneigentum. Viele Leute träumen davon, viel weniger können es sich leisten, und man täte sicher vielen einen Gefallen, wenn man mit so einem Ausverkauf die Kaufpreise auf dem Markt drücken könnte. Man müsste nur gleichzeitig juristisch dafür sorgen, dass sich das Wohnraumeigentum nicht wieder in wenigen Händen konzentiert. Und einen großen öffentlichen Sektor bräuchte es trotzdem für alle, die günstig mieten wollen/müssen.
»Dann muss die Linke wohl allein in Berlin regieren.« Dieser Satz entstammt leider keinem selbstbewussten Statement der Linkspartei selbst, sondern einem ironischen Post des Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach.
Damit erteilte er der Enteignung von Deutsche Wohnen und Co., die die Linke im Regierungsfall endlich umzusetzen verspricht, eine Absage. Einmal mehr wird deutlich, dass die erklärten Ziele der Linkspartei unter dem politischen Horizont einer rot-rot-grünen Koalition wohl kaum zu erreichen sind.
»Wie soll ich denn mit diesen Politikern die Probleme dieses Landes in den Griff bekommen? Wir schaffen es nur alleine, deswegen 45 Prozent plus X, deswegen absolute Mehrheit.« So klingt das bei Ulrich Siegmund, dem AfD-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt. Die Linke täte gut daran, auch solche Ambitionen zu entwickeln.
Bin ich der Einzige, der das sieht?
Warum auch die FDP enteignen wollen sollte
@thomaszimmermann ich gerate bei diesen diskussionen immer in die selbe sackgasse, undzwar: was macht man mit den ganzen menschen, die "noafd" zu ihrer persönlichkeit machen? die sind ja unverhältnismäßig laut und produktiv, was ja an sich total gut ist, (sagst du im artikel ja auch). also wie geht man damit um, dass diese art von antifaschismus in deutschland schon als der herrschende antifaschismus bezeichnet werden kann? Belehrt man sie? Bekehrt man sie? Legt man sich mit ihnen an? Wer ist alles Bündnispartner und bei wem kann man es direkt vergessen?
@adyzymberi Ausgewachsene und gefestigte Linksliberale kriegt man, glaube ich, nur sehr schwer bekehrt. Aber Anti-AfD-Proteste sind ja auch für ganz viele junge Leute mit das erste, was sie politisch machen. Für mich war es zum Beispiel eine Gegenkundgebung zu einem NPD-Wahlkampfstand (lange her). Aber ich würde sagen, die meisten geben sich damit nicht zufrieden, sondern suchen nach weiteren Antworten. Dann kommt es darauf an, welche politischen Organisationsangebote es in der Umgebung gibt. Und darauf, dass Partei und Gewerkschaft diese anpolitisierten Leute anziehen, aber selbst eine politische Kultur an den Tag legen, die viel reicher ist als »noAfD«.
Gibt es Hoffnung für Enteignungen in Berlin?
@adyzymberi Hoffnung ja, aber Geld darauf verwetten würde ich nicht.
Ich habe zu unserer neuen Ausgabe den Leitartikel beigetragen – über Antifaschismus als Kulturkampf, als Arbeiterbewegung, als Wirtschaftspolitik – und bin offen dafür, jeden Punkt zu diskutieren. Inklusive Corocodoc als Metapher 😄
jacobin.de/antifaschismus-ku...
Nächste Woche kommt unsere neue Ausgabe – zum Thema Antifaschismus. Wie versprochen könnt ihr hier als Erste das Cover begutachten. Was haltet ihr davon?
@thomaszimmermann ja genau, es ist eigentlich vollkommen wahnsinnig, vor allem weil politisch alle so hihi haha sind und es ignorieren
@magdalena Aber weißt du, was uns retten wird? Jetzt überall Data Centers hinzubauen, von denen jedes so viel Strom und Wasser frisst wie eine Stadt.
in teilen österreichs gibt es aktuell wasserknappheit. das erste, was die leute dann quasi nicht mehr dürfen/sollen, ist ihre pools befüllen. es ist irgendwie ironisch, dass privatpools überhaupt erst mit dem fortschreiten der klimakrise so geboomt haben. die leute haben ja besonders in der pandemie begonnen, sich die dinger reihenweise in den garten zu stellen. das lag damals natürlich auch daran, dass man sonst nichts machen konnte – aber mit dem schließen von schwimmbädern ist das einfach auch teil einer bewegung weg von öffentlicher infrastruktur hin zu einer vollkommen unnachhaltigen privaten.
@magdalena Die nächste ironische Wendung wird dann sein, dass Leute sich jetzt überall Klimaanlagen einbauen, aber es bei der größten Hitze/Dürre immer gleichzeitig Probleme beim Strom geben wird, weil die Flüsse leer sind, daher die Wasserkraft schwächelt und (in anderen Ländern) die Atomkraftwerke runterfahren müssen.
Schlagzeile: Große Überschneidung zwischen AfD und Linkspartei!!!
Inhalt: (Die größten Überschneidungen hat die AfD mit CDU und FDP) 😀
@Niklas_aus_MV Macht es einen zum bauchlinken Normie, wenn man nicht weiß, was ein/eine ipdol chaya ist?
@AndroiDreams @Niklas_aus_MV Ging mir genauso!
Der Soziologe Martin Schröder schreibt in der Zeit, mit sozialer Fürsorge allein ließen sich AfD-Wähler nicht zurückholen. Die Linke müsse stärker »Empfindungen von Loyalität, Autorität und Reinheit« ansprechen: »Polizei, Bundeswehr und Gerichte mehr und sichtbarer würdigen«, »Patriotismus und Nationalstolz« pflegen usw.
Bin mir nicht sicher, ob das ganz ernst gemeint ist oder getrollt, aber vielleicht können wir ja etwas Spaß damit haben.
Ich hätte eine Idee, wie sich »Reinheit« wirklich von links bespielen ließe:
»One day our society will come to respect the sanitation worker if it is to survive, for the person who picks up our garbage, in the final analysis, is as significant as the physician, for if he doesn’t do his job, diseases are rampant.«
– Martin Luther King Jr.
Ich habe eine Reportage geschreiben aus Wienkent in Austristan.
wien ist truly italien
@magdalena Ich prognostiziere überproportional viele Clicks aus Österreich für »Hitzewellen sind politisch« über die kommenden zehn Tage.
@thomaszimmermann Ich bin Klimanlagen Ultra. Bei uns bei der Arbeit sind heute schon 4 Rentner zusammengeklappt
@jonasthiel_32 »Jacobin liefert klimaanlagistisch-arbeiteristische Perspektiven auf Politik, Wirtschaft und Kultur.«