@ErikUden ja ich hoffe das kam mit dem Erich Fried Zitat heraus - aber natürlich meinte ich dass Antifaschismus als politisches Programm allein nicht ausreicht. Und oft ist es ja nichtmal das, sondern nur so Szene Folklore und identitäres Distinktionsgebahren.
Das dort praktischer Selbstschutz organisiert wird ist ja unbenommen und auch gar nicht Gegenstand der Kritik. Das Dilemma ist, und hier spreche ich spezifisch über meine Erfahrung als Ossikind (Döbeln, Jena, Leipzig), dass diese Wagenburgmentalität, die die Linke und Antifa im Osten entwickelt haben zu dem geführt hat, was Chantal Mouffe als die "Negation des Politischen" bezeichnet.
Selten wurde das deutlicher als "Antifaschistin aus Anstand" auf die Wahlplakate gedruckt wurde. Dem politischen Subjekt als moralisch urteilende Instanz gegenüber treten anstatt als politische Interessenvertretung - das mag als moralische Selbstvergewisserung im bereits linken Kiez taugen. Darüberhinaus sollten sich insbesondere auch die Ostverbände aber mal fragen warum sie so stagnieren, und was Nam Duy Nguyen und Mustafa Groener anders machen.