Die erste Prognose ist da:
Chef vom Dienst bei Jacobin.
»Bauchlinker Normie« laut jacobin.de/quiz
Wie schlimm wird der Wahlausgang heute Abend sein?
In Thüringen treten die BSW-Minister um Katja Wolf aus dem BSW aus, bleiben aber in der Brombeer-Regierung. Hat sich Netflix schon die Rechte gesichert, aus der Geschichte eine Serie zu machen? Einfach jede Folge ein Banger!
@fabiannehring @marlenborchardt In dem Fall finde ich die »Blöcke« tatsächlich passender als die »Klassen«. Bin aber persönlich dafür, auch nicht-marxistische Begriffe zu verwenden, wenn sie sich in der Öffentlichekeit beweisen, wie »Establishment« oder auch »Tech-Oligarchen«. Es soll ja auch Spaß machen 😊
Im neuen Jacobin Journal geht es um Sachsen-Anhalt. Aber zwischen den Zeilen stellt sich eine andere Frage, die ich ganz interessant finde – die nach dem »Establishment«.
Ich schreibe in meinem Artikel, dass »das Establishment das BSW nicht als eigenständige politische Kraft fürchtet, sondern als potenziellen Siegmund-Steigbügelhalter«. Und an späterer Stelle, dass »die Linke nicht selbst Teil des Establishments sein« bzw. werden dürfe.
@marlenborchardt spricht wiederum in ihrem Artikel von rechten »Attacken gegen ein Establishment, zu dem die AfD eigentlich selbst gehört«.
Also was denkt ihr: Wer gehört alles zum Establishment – und in welchem Sinne?
@Ralf_Kr_mer das stimmt auf jeden fall. ich meinte damit nur eher: man kann es halt nicht ausschließen, dass es wirklich so war.
tatsächlich finde ich es aber für die beantwortung der frage aber gar nicht so relevant, woher die drohne kam. mir ging es eher darum zu kritisieren, dass sofort eskaliert wird und diplomatische kanäle geschlossen werden. dass immer mehr gesprächskanäle geschlossen werden, ist einfach eine wahnsinnig große gefahr. der krieg wird dadurch nur verlängert.
@magdalena @Ralf_Kr_mer Ich finde, spätestens die Invasion der Ukraine hat gezeigt, dass man Putin alles zutrauen muss. Und spätestens die Behauptungen, hinter dem Nord-Stream-Anschlag stecke ganz sicher Russland, haben gezeigt, dass man den deutschen Sicherheitsbehörden nichts glauben kann. Insofern ist Misstrauen gegenüber allen geopolitischen Akteuren angebracht, denn die Interessen einfacher Leute führt letztendlich niemand von ihnen im Schilde.
Sachsen-Anhalt, aber zentral
Was glaubt ihr, wie viel Prozent die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erreicht?
@magdalena danke für die Frage! Nenn mich langweilig, aber: Mich interessieren die Formalia. Euer Digital-Abonnement (7,50€/Monat oder 75€/Jahr) ist extrem günstig im Vergleich zur Jungen Welt (~35€/Monat) oder dem Neuen Deutschland (15€/Monat).
Bei einem Redaktionsbesuch bei der Jungen Welt dieses Jahr habe ich gute Einblicke bekommen können, jedoch wurden große Probleme hinsichtlich der mit dem nd gemeinsamen Druckereien sowie den Gehältern einiger Redakteure benannt. Daher also die Frage: Kann das Jacobin existieren weil es ein Magazin ist? Rentiert sich Print so wenig?
Wie funktioniert ihr als deutscher „Ableger” (eigentlich vollkommen eigenständiges Magazin) mit einem amerikanischen Gegenstück? Gibt es Widersprüche, braucht es überhaupt einen Konsens? Ich sehe zumindest das manchmal einige Artikel übersetzt werden.
Was ist der größte Unterschied (für dich) bei einem Magazin zu Arbeiten im Vergleich zu einer Zeitung?
Das wären die Gedanken die mir direkt in den Kopf kommen. Natürlich seid ihr mir keine Antwort schuldig, aber ggf. gibt das einen Einblick was man sich von außen fragen könnte.
@ErikUden @magdalena Magdalena ist gerade im Urlaub. Aber ich kann zumindest zur »Ableger«-Frage sagen: Ja, wir arbeiten als eigenständige Redaktion, stehen aber immer in Kontakt mit unseren US-Kollegen. Und Artikel werden in beide Richtungen übersetzt, wenn es Sinn ergibt. Unterschiedliche Ansichten und Thesen zu verschiedenen Themen gibt es natürlich bereits innerhalb der Redaktionen und folglich auch zwischen den Redaktionen. Aber in meiner Wahrnehmung überwiegen doch die Überschneidungen, nachdem man über Jahre Sachen zusammen ausdiskutiert und die gleichen Debatten verfolgt hat.
Diesen Sommer wieder was gelernt: ,,revolutionärer Attentismus" - das Warten der Kautsky SPD vor dem ersten Weltkrieg auf eine Evolution hin zum Sozialismus: durch Stimmenzuwachs + Verschärfung der Krisen.
Die Beschäftigung mit der Vorkriegs-SPD zeigt, wie reflektiert man heute sein sollte, wenn man Bezug auf die Arbeiter:innenbewegung für heutige Politiken nimmt, da selbst die stärkste der Parteien ihr Ziel nicht erreichen konnte/wollte.
@Schiebermatzen Wäre die SPD nach dem Ersten Weltkrieg immer noch revolutionär-attentiv gewesen statt aktiv-konterrevolutionär, dann hätte es vielleicht sogar klappen können, oder?
Aber ja: Die Frage, wie man mit den Organisationen, die wir heute haben, weiter kommen soll als die historisch mächtigsten Arbeiterbewegungen, trägt auf jeden Fall zu einer gewissen Bescheidenheit bei.
Ich glaube nicht das man sich über dieses Ergebnis freuen sollte, leider ist aber alles zutreffend!
Woher bezieht ihr eure Aura laut jacobin.de/quiz?
Ich bin Bauchlinker Normie mit bisschen Nostalgischer Sozi drin.
Was sagt man dazu?
was rechnet man sich aus? also die PR ist ja nicht mega gut muss irgnedwas machtpolitisches sein
@adyzymberi Unmittelbar nach seiner Gründung hatte das BSW in Sachsen-Anhalt ja komplett irre Umfragewerte. Vielleicht reicht es schon aus, ein paar der alten Sympathisanten an die Existenz der Partei zu erinnern.
@baftasarbo Was ist das long game dieser Strategie vom BSW? Was verspricht man sich dadurch?
Ich glaube, da geht es gerade nicht ums Long Game, sondern ums Überleben.
Ein CDU-Bürgermeister aus Sachsen-Anhalt ruft dazu auf, am 6. September AfD zu wählen, wünscht ihr die absolute Mehrheit und spendet ihr 10.000 Euro. Wenn das kein Anzeichen dafür ist, dass die Landtagswahl die Union zerschießen könnte, dann weiß ich auch nicht.
Hier ein paar Einblicke in den Arbeitsprozess hinter der Coverillustration! Das ist mein zweites Jacobin Cover und es war wieder eine riesige Freude daran zu arbeiten. Die Grundidee kam vom Team: Rotkäppchen, die sich durch den "AFD Wald" kämpft. Alice Weidel, Björn Höcke und Ulrich Siegmund als unangenehme Bäume, Götz Kubitschek als Schlange, Elon Musk als Falke.
Auf den Bilder seht ihr die erste Skizze, die finale Zeichnung (handgezeichet mit Bleistift auf A3), die schwarz weiß Version und das volle finale Bild. All diese Details zu zeichnen hat großen Spaß gemacht, auch wenn Björn Höcke als Baum mich noch im Schlaf verfolgen wird. Hoffe es gefällt euch 😊
@JPlath Ich habe jetzt endlich auch das Magazin im Briefkasten gefunden und die Illustration ist gedruckt noch beeindruckender. Vielleicht liegts an mir, aber das Rotkäppchen sticht richtig hervor, fast als wäre das Bild dreidimensional. Mein neues Lieblingscover!
Hier ein paar Einblicke in den Arbeitsprozess hinter der Coverillustration! Das ist mein zweites Jacobin Cover und es war wieder eine riesige Freude daran zu arbeiten. Die Grundidee kam vom Team: Rotkäppchen, die sich durch den "AFD Wald" kämpft. Alice Weidel, Björn Höcke und Ulrich Siegmund als unangenehme Bäume, Götz Kubitschek als Schlange, Elon Musk als Falke.
Auf den Bilder seht ihr die erste Skizze, die finale Zeichnung (handgezeichet mit Bleistift auf A3), die schwarz weiß Version und das volle finale Bild. All diese Details zu zeichnen hat großen Spaß gemacht, auch wenn Björn Höcke als Baum mich noch im Schlaf verfolgen wird. Hoffe es gefällt euch 😊
Macht der Spiegel hier Wahlkampf für die AfD? Wenn man sich Rechte aufs Cover packt, dann sollte man das wirklich auf eine Art tun, die sie nicht mega ikonisch aussehen lässt. Das hier kann sich Ulrich Siegmund doch einrahmen und ins Wohnzimmer hängen 😂
Das sehe ich auch so und habe schon vor 24 Jahren in einem Zeitschriftentext geschrieben:
„Die Linke wird erst dann wieder Perspektiven in der Gesellschaft haben, wenn sie selbst Perspektiven für diese Gesellschaft hat. Um diese Perspektiven zu gewinnen, sollte sich die Linke mit aller gedanklichen Konsequenz auf den Standpunkt begeben: Wir müssen diesen Laden übernehmen. … Diese Haltung ist wichtig, weil erst mit ihr der nötige Ernst, die nötige Konsequenz und damit vielleicht auch die unabdingbare Streitlust in die Sache kommt.“ Thie, Hans (2002). Zukunftsprojekte aus der Vergangenheit. Über die selbst verschuldete Unmündigkeit der Linken und ihre mögliche Rückkehrin die politische Arena. In: UTOPIE kreativ, H. 146 (Dezember 2002), S. 1080-1087
@hansthie Volltreffer! Hätte man mal vor 24 Jahren auf Dich gehört.
@thomaszimmermann Solche Ambitionen würden sich dann in einem anderen politischen Handeln ausdrücken oder in einer angepassten Rhetorik des Spitzenpersonals?
@Fay Ich würde sagen, man muss erst den Entschluss fassen, dass man mehr sein will als eine 10-Prozent-Partei, mehr als ein Baustein eines »progressiven Bündnisses«. Dann das politische Handeln entsprechend ausrichten. Und wenn es beginnt, Früchte zu tragen, kann auch das Spitzenpersonal anfangen, darüber zu reden, ohne dass es lächerlich klingt.