»Taktisch Wählen« ist keine wirksame Politik gegen die AfD
@jeremymorris Was man in Deutschland nicht vergessen sollte, wenn ueber Russland geschrieben wird: Im WWII starben 8,6 Millionen Soldaten, davon 3,3 Millionen an Hunger und Misshandlung als Kriegsgefangene, 17,9 Millionen Zivilisten starben, davon 7,4 Millionen an Völkermord, Hunger und Krankheit 8,5 Millionen, Zwangsarbeit 2,1 Millionen.
@Suti @jeremymorris Ich vermute, ein verdienter Russlandforscher wie Jeremy Morris wird das sehr gut wissen...
Jacobin #25: Antifaschismus ist raus!
Die AfD steht vor der Macht – allen Kampagnen »gegen rechts« zum Trotz. Wenn das nicht der Anfang vom Ende sein soll, muss der Antifaschismus neue Wege einschlagen. Mit unserer aktuellen Ausgabe machen wir den ersten Schritt.
Was dich darin erwartet?
Wir stecken Eva von Redecker, Carolin Amlinger, Dylan Riley und** Richard Seymour in eine Signal-Gruppe**, um zu ergründen, warum Rechte überall Kommunismus sehen und wie sie wirklich zur Demokratie stehen. Bafta Sarbo erzählt die Geschichte von Abdisa Aaga – einem äthiopischen Partisanen, der den Faschismus erst im italienisch besetzten Äthiopien und später in Italien und Deutschland bekämpfte. Dietmar Dath und Maria Wiesner befassen sich mit den Grenzen – und Lehren? – des DDR-Antifaschismus. Nils Schniederjann und Sebastian Friedrich werfen einen Blick auf die anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt. Und das ist nur ein Ausschnitt.
Die Ausgabe wird aktuell an alle Abonnentinnen und Abonnenten verschickt und ist ab dem 17. August im Handel erhältlich. Damit du nicht länger warten musst, kannst du sie jetzt schon downloaden. Und wenn du noch kein Abo hast, kannst du ganz einfach eins abschließen.
Alerta Antifascista!
»Dann muss die Linke wohl allein in Berlin regieren.« Dieser Satz entstammt leider keinem selbstbewussten Statement der Linkspartei selbst, sondern einem ironischen Post des Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach.
Damit erteilte er der Enteignung von Deutsche Wohnen und Co., die die Linke im Regierungsfall endlich umzusetzen verspricht, eine Absage. Einmal mehr wird deutlich, dass die erklärten Ziele der Linkspartei unter dem politischen Horizont einer rot-rot-grünen Koalition wohl kaum zu erreichen sind.
»Wie soll ich denn mit diesen Politikern die Probleme dieses Landes in den Griff bekommen? Wir schaffen es nur alleine, deswegen 45 Prozent plus X, deswegen absolute Mehrheit.« So klingt das bei Ulrich Siegmund, dem AfD-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt. Die Linke täte gut daran, auch solche Ambitionen zu entwickeln.
Wann kommt eigentlich die Jacobin-App?!?! Hier ist so viel passiert und ich bekomme keine Push-Benachrichtigungen 😭
@Niklas_aus_MV read my message! 😊
@brankomarcetic Ich bin mindestens genauso hyped wie der nächste Bernie-pilled Jacobin-Leser und verfolge das Sunrise-Movement seit ihrer Gründung – aber dass Will Lawrence sich schon einen (!) Tag nach seiner gewonnen Vorwahl bei CNN öffentlich hinter Hakeem Jeffries stellt, verpasst meiner Euphorie einen ziemlichen Dämpfer.
@joshua @brankomarcetic Man muss ja das große, ganze im Blick haben – das Momentum ist auf unserer Seite wie noch nie zuvor, auch wenn ein paar Renegaten wegbrechen. Can't make an omelette without breaking a few eggs!
Steffen Krach ist nur ein Symptom
Alle drei R2G-Parteien und eine Mehrheit der Berliner befürworten die Vergesellschaftung, wenn Die Linke es aber wagt, damit ernst zu machen, reagiert man so. Und dann fragt man sich, warum so viele Leute „sich von der Demokratie verabschieden“. 🙄
Finde dieses lange Gespräch zwischen Evelina Wilén und Meagan Day echt lehrreich, bietet viele Einblicke in aktuelle feministische Debatten. Vor allem gefällt mir, dass sie sich auf die Theorie der sozialen Reproduktion beruft – ein marxistischer Ansatz, der aus meiner Sicht in den letzten Jahren zu kurz gekommen ist in Debatten zu Geschlechterverhältnissen.
Nächste Woche kommt unsere neue Ausgabe – zum Thema Antifaschismus. Wie versprochen könnt ihr hier als Erste das Cover begutachten. Was haltet ihr davon?
MORGEN kündigen wir hier als erstes unsere neue Ausgabe an <3 be ready!
Je mehr ich darüber nachdenke, desto frustrierender finde ich es, dass der DGB seinen Aktionstag gegen das Reformpaket erst nach den Landtagswahlen abhält. Wenn es eine Kraft gibt, die den Wut auf die Regierung weg von der AfD und hin zu einem progressiven Ausdruck wegbewegen kann, dann ist es die Arbeiterbewegung, egal wie bürokratisiert und lahmarschig sie in Teilen sein mag. Es bräuchte doch gerade jetzt ein Zeichen, dass Widerstand sich auch anders artikulieren lässt als für die AfD zu stimmen, und nicht erst nachdem die AfD die absolute Mehrheit in Sachsen-Anhalt erreicht.
@magdalena Und was dann in den großen Medien als progressiver Take gilt: Solidarität mit Sanchez, der ja eh rechtzeitig und brav Frontex-Politik betrieb.
@ant @magdalena Ich befürchte, Sanchez hat kaum eine andere Wahl, oder nicht? Europarecht verpflichtet ihn ja dazu, die Menschen wieder zur Ausreise zu bewegen.
Erfahrung ist gut, aber gute Politik ist besser
@joshua Richtig! Wenn Die Linke auf 20%+ kommt im September, wird ihre Wählerschaft erwarten, dass sie regiert. Punkt. Die Frage ist doch viel eher, mit welchen Zielen man in diese Regierung geht und ob man Personal hat, das erfahren und vor allem gestählert genug ist, um den Druck von der Mitte auszuhalten. Die "erfahrenen" in der Linken sind leider oft nicht in der Lage, den Druck auszuhalten, während diejenigen, die das Richtige wollen, lieber ihre Zeit verschwenden mit solchem Quatsch das niemanden ausserhalb einer kleinen Blase anspricht 🙄: klassegegenklasse.org/rebell...
Zu viel resignierende, anti-soziale Bundespolitik.
Auf dass die DGB-Sozialstaatsdemo am 26. September den Aktivisti in mir und die Hoffnung auf linke Alternativen wieder pusht
@Niklas_aus_MV eine große Demo am 26. wäre schonmal ein gutes Zeichen, aber warum eigentlich nicht vor den Landtagswahlen? Will man damit vermeiden, indirekt Wahlkampf für die Linke zu machen? (Horror!)
Erfahrung ist gut, aber gute Politik ist besser
Es ist echt eine kleine Ironie der Geschichte, dass die Linkspartei zum ersten Mal die SPD in den Umfragen überholt und damit Oskar Lafontaines langersehten Traum erfüllt, nachdem er nicht nur ausgetreten ist sondern versucht , seine beide ehemaligen Vereine mit einer zunehmend donquichottischen Rechts-Links-Mischung zu überholen. Tragisch an der ganzen Sache ist, dass die Linke zwar die SPD technisch gesehen überholt, aber eigentlich vor allem stabil bleibt während die Sozialdemokraten immer tiefer sinken.
Zu seinen besten Zeiten wäre Lafontaine goldrichtig für diesen Moment, um die Linke aus der 12%-Ecke zu führen und die Millionen Ex-SPD-Wähler zu erreichen, die stattdessen zur AfD abwandern. Genau einen Kommunikator (oder Kommunikatorin) braucht sie. Stattdessen endet seine Karriere in politischer Irrelevanz mit einer ordentlichen Portion Xenophobie. Es ist traurig.
Folgendes: Wir kündigen das morgen auch groß öffentlich an, aber wir haben eine monatliche Advice-Kolumne von Şeyda Kurt entworfen. Den ersten Text könnt ihr hier schon lesen, da geht es darum, wie man damit umgehen soll, wenn der Partner (zumindest beruflich) andere Werte vertritt als man selbst. Wenn ihr selbst eine Frage habt, dann stellt sie gerne hier. Ich glaube, das kann super spannend werden: jacobin.de/kann-ich-als-link...
Solidarische Grüße vom Jahrestreffen der Bulgarischen Sozialistischen Partei, wo ich nachher den neuen Vorsitzenden Krum Zarkow interviewe. Nach 10+ Jahren einer "linkskonservativen" Führung die die Partei ins politische Abseits führte, will er unter dem Slogan "Ein Sozialismus mit Zukunft" die Partei zu einer demokratisch-sozialistischer Kraft umbauen und die neoliberale Regierung von Rumen Radew herausfordern. Bisher ist es sehr anders und dennoch interessant gewesen – die BSP ist vermutlich die einzige sozialdemokratische Partei im Europaparlament, die die kubanischen und chinesischen Botschafter als Ehrengäste empfängt. 😅 Mehr dazu bald in Jacobin!
Warum die DDR-Literatur uns heute interessieren sollte