Steffen Krach ist nur ein Symptom
Chefredakteur von Jacobin
Alle drei R2G-Parteien und eine Mehrheit der Berliner befürworten die Vergesellschaftung, wenn Die Linke es aber wagt, damit ernst zu machen, reagiert man so. Und dann fragt man sich, warum so viele Leute „sich von der Demokratie verabschieden“. 🙄
Finde dieses lange Gespräch zwischen Evelina Wilén und Meagan Day echt lehrreich, bietet viele Einblicke in aktuelle feministische Debatten. Vor allem gefällt mir, dass sie sich auf die Theorie der sozialen Reproduktion beruft – ein marxistischer Ansatz, der aus meiner Sicht in den letzten Jahren zu kurz gekommen ist in Debatten zu Geschlechterverhältnissen.
Nächste Woche kommt unsere neue Ausgabe – zum Thema Antifaschismus. Wie versprochen könnt ihr hier als Erste das Cover begutachten. Was haltet ihr davon?
MORGEN kündigen wir hier als erstes unsere neue Ausgabe an <3 be ready!
Je mehr ich darüber nachdenke, desto frustrierender finde ich es, dass der DGB seinen Aktionstag gegen das Reformpaket erst nach den Landtagswahlen abhält. Wenn es eine Kraft gibt, die den Wut auf die Regierung weg von der AfD und hin zu einem progressiven Ausdruck wegbewegen kann, dann ist es die Arbeiterbewegung, egal wie bürokratisiert und lahmarschig sie in Teilen sein mag. Es bräuchte doch gerade jetzt ein Zeichen, dass Widerstand sich auch anders artikulieren lässt als für die AfD zu stimmen, und nicht erst nachdem die AfD die absolute Mehrheit in Sachsen-Anhalt erreicht.
@magdalena Und was dann in den großen Medien als progressiver Take gilt: Solidarität mit Sanchez, der ja eh rechtzeitig und brav Frontex-Politik betrieb.
@ant @magdalena Ich befürchte, Sanchez hat kaum eine andere Wahl, oder nicht? Europarecht verpflichtet ihn ja dazu, die Menschen wieder zur Ausreise zu bewegen.
Erfahrung ist gut, aber gute Politik ist besser
@joshua Richtig! Wenn Die Linke auf 20%+ kommt im September, wird ihre Wählerschaft erwarten, dass sie regiert. Punkt. Die Frage ist doch viel eher, mit welchen Zielen man in diese Regierung geht und ob man Personal hat, das erfahren und vor allem gestählert genug ist, um den Druck von der Mitte auszuhalten. Die "erfahrenen" in der Linken sind leider oft nicht in der Lage, den Druck auszuhalten, während diejenigen, die das Richtige wollen, lieber ihre Zeit verschwenden mit solchem Quatsch das niemanden ausserhalb einer kleinen Blase anspricht 🙄: klassegegenklasse.org/rebell...
Zu viel resignierende, anti-soziale Bundespolitik.
Auf dass die DGB-Sozialstaatsdemo am 26. September den Aktivisti in mir und die Hoffnung auf linke Alternativen wieder pusht
@Niklas_aus_MV eine große Demo am 26. wäre schonmal ein gutes Zeichen, aber warum eigentlich nicht vor den Landtagswahlen? Will man damit vermeiden, indirekt Wahlkampf für die Linke zu machen? (Horror!)
Erfahrung ist gut, aber gute Politik ist besser
Es ist echt eine kleine Ironie der Geschichte, dass die Linkspartei zum ersten Mal die SPD in den Umfragen überholt und damit Oskar Lafontaines langersehten Traum erfüllt, nachdem er nicht nur ausgetreten ist sondern versucht , seine beide ehemaligen Vereine mit einer zunehmend donquichottischen Rechts-Links-Mischung zu überholen. Tragisch an der ganzen Sache ist, dass die Linke zwar die SPD technisch gesehen überholt, aber eigentlich vor allem stabil bleibt während die Sozialdemokraten immer tiefer sinken.
Zu seinen besten Zeiten wäre Lafontaine goldrichtig für diesen Moment, um die Linke aus der 12%-Ecke zu führen und die Millionen Ex-SPD-Wähler zu erreichen, die stattdessen zur AfD abwandern. Genau einen Kommunikator (oder Kommunikatorin) braucht sie. Stattdessen endet seine Karriere in politischer Irrelevanz mit einer ordentlichen Portion Xenophobie. Es ist traurig.
Folgendes: Wir kündigen das morgen auch groß öffentlich an, aber wir haben eine monatliche Advice-Kolumne von Şeyda Kurt entworfen. Den ersten Text könnt ihr hier schon lesen, da geht es darum, wie man damit umgehen soll, wenn der Partner (zumindest beruflich) andere Werte vertritt als man selbst. Wenn ihr selbst eine Frage habt, dann stellt sie gerne hier. Ich glaube, das kann super spannend werden: jacobin.de/kann-ich-als-link...
Solidarische Grüße vom Jahrestreffen der Bulgarischen Sozialistischen Partei, wo ich nachher den neuen Vorsitzenden Krum Zarkow interviewe. Nach 10+ Jahren einer "linkskonservativen" Führung die die Partei ins politische Abseits führte, will er unter dem Slogan "Ein Sozialismus mit Zukunft" die Partei zu einer demokratisch-sozialistischer Kraft umbauen und die neoliberale Regierung von Rumen Radew herausfordern. Bisher ist es sehr anders und dennoch interessant gewesen – die BSP ist vermutlich die einzige sozialdemokratische Partei im Europaparlament, die die kubanischen und chinesischen Botschafter als Ehrengäste empfängt. 😅 Mehr dazu bald in Jacobin!
Warum die DDR-Literatur uns heute interessieren sollte
Was Marx uns über Künstliche Intelligenz sagen kann
@lorenbalhorn @SpittyO ich hatte mal ne längere Diskussion mit nem Grünen Ratsherren, weil ich auch gefragt hab, ob er schon immer der Meinung war wie jetzt. Und da meinte er, "Klar, damals im kalten Krieg war ich auch Pazifist. Aber da hätten wir auch niemals gedacht, dass es mal Krieg in Europa geben könnte."
Und ich glaub so einen kafkaesquen Satz werd ich nie wieder hören.
lmao
Langsam macht mir die Aufrüstungsbereitschaft in Deutschland immer mehr angst. Gestern lief im Deutschlandfunk eine Diskussionsrunde über das Thema "Wird die Autoindustrie zur Aufrüstungsindustrie". Viele Anrufer wirkten so, als seien sie schon komplett auf dem Film, dass Deutschland aufrüsten muss und brachten auch schon Ideen ein, was die Autokonzerne als sogenannte "dual use Produkte" herstellen können. Das ganze macht mich echt traurig. #Kriegstüchtigkeit #Aufrüstung
Ich kann auf einer emotionalen Ebene die Reaktion vor dem russischen Angriff durchaus nachvollziehen, es ist dennoch schauderhaft, wie schnell die antimilitaristische Tradition aufgegeben wird von breiten Teilen des linksliberalen Spektrums.
Erster Cover-Sneak-Peek:
Ok, das mit dem zitieren funktioniert noch nicht so ideal glaub ich
@jonasthiel_32 jetzt aber!
In meiner jugendlichen Heimat (vor allem bekannt für seinen hohen Grad an Menschen mit deutschen Wurzeln) führt eine Sozialistin gerade die Umfragen. Eine unglaubliche Entwicklung in einem Bundesstaat, der vor 20 Jahren die gleichgeschlechtliche Ehe per Volksabstimmung verfassungsrechtlich verbot und fünf Jahre später Gewerkschaften im öffentlichen Dienst de facto verunmöglichte.
Seit Monaten erlebt die DSA wieder einen Höhenflug, ausgelöst durch den Erfolg von Mamdani einerseits und die Ablehnung von Trump andererseits. Ich denke, das zeigt zwei Sachen: die Linke darf nie verzweifeln, auch nicht in den dunkelsten Momenten, denn die Unterstützung für die radikale Rechte greift längst nicht so tief, wie momentane Aufnahmen oder ein Wahlergebnis vielleicht suggerieren. Zweitens: die Radikalisierung (oder besser gesagt Politisierung) findet nach wie vor in bestehenden, linksreformistischen Strukturen statt, sei es DSA in den USA oder die Linkspartei in Deutschland. That's where the action is, bei aller Kritik und Mängel, und entsprechend wo wir aktiv sein sollen.