deutsche und österreichische schülerinnen können laut pisa studie immer schlechter lesen. so sieht die kurve aktuell in deutschland aus. der politiker, der mir versprich smartphones komplett aus dem öffentlichen raum zu verbieten, erhält nicht nur meine stimme, sondern auch mein gesamtes geld zur kampagnenfinanzierung.
@magdalena im Jahr 2000 war der Wert doch auch schon schlecht und da gab es kaum digitale Angebote, maximal das Fernsehen, das eine Hochphase hatte.
@simonemge absolut, war natürlich polemtisch von mir formuliert, aber ich habe selbst drei jahre an einer mittelschule unterrichtet und insbesondere nach corona haben mir meine kolleg:innen im nachhinein immer wieder erklärt, dass sich schüler:innen einfach nicht mehr konzentrieren können, was auch auf die handynutzung zurückzuführen ist.
ist ja etwas, das jede:r auch an sich selbst merkt, wie lange schaffe ich es eigentlich konzentriert und ohne digitale Medien zu arbeiten?
aber klar, es gibt viele unterschiedliche gründe für das abbrechen dieser kurve, die natürlich in erster Linie mit dem Kapitalismus und der Tatsache, dass Bildung vererbt wird, zusammenhängen. die menschen werden immer ärmer, da bleibt auch bildung auf der strecke.
Krautreporter hat dazu kürzlich ein paar lesenswerte Artikel geschrieben. krautreporter.de/pages/landi...
@Steffen_lernen danke dir!! das schau ich mir gleich an, klingt total interessant. was sind so deine haupt-thesen zu dem phänomen?
@magdalena ain't reading that whole essay 🙄
ChatSkibidi, fass mal zusammen was da steht
@magdalena Innerhalb der vergangenen 4 Jahre hat die Lesekompetenz meiner Studierenden auch ziemlich nachgelassen. Mitunter bin ich sprachlos, wie selbst sehr alltagssprachliche Texte aus der Wissenssoziologie zunehmend schlecht durchdrungen werden. Vor allem aber die Geschwindigkeit dieser Entwicklung überrascht mich -- und mit der Zugänglichkeit von Chat-Bots wird das Halten von (Pro-)Seminaren zunehmend deprimierend...
@Manu @magdalena Darf ich fragen, wie diese Chat-Bot-Folgen konkret aussehen im Seminar? Können die Studis einfach nicht konzentriert lesen? Oder fehlt ihnen die Energie? Oder sehen sie das gleichgültig? Und gibt es nicht auch KI-Abstinente unter ihnen?
@thomaszimmermann @Manu @magdalena
Ich habe an mir selber beobachtet, dass KI eine bequeme Abkürzung geworden ist, wenn sich mir bspw. der Inhalt eines Textes nicht direkt erschließt. Jedoch vermute ich, dass das Lernen dadurch nicht so effektiv ist, als wenn ich selbständig versuche den Inhalt zu durchdringen.
Das Gehirn ist ein Muskel und verkümmert langfristig, wenn man es nicht anstrengt 😅
Die Frage sollte trotzdem nicht sein ob KI, sondern wie KI. Positiv finde ich bspw. die Lernfunktion in Claude oder ChatGPT, mit der man sich abfragen lassen oder transferwissen trainieren kann, wenn man gerade niemanden hat, der das mit einem macht.
@Manu kann ich total nachvollziehen. ich hab bis 2022 in einer schule unterrichtet, da waren die corona-entwicklungen noch nicht direkt absehbar, aber meine kolleginnen haben mir erzählt, wie es einfach graduierlich schlechter wurde.
und es ist ja nicht so, als würde ich es auch nicht an mir selbst merken. die fähigkeit mich zu konzentrieren etc nimmt ja auch bei mir selbst rapide ab. ich bin einfach froh, dass ich fertig studiert hatte, als AI so richtig explodiert ist...
@magdalena ist die Entwicklung nicht sehr sehr viel älter als das smartphone? Das Problem fängt doch schon mit den Kosten an, die Bildung verursacht und die sich manche mehr und manche weniger leisten können.