@Xenophanes Als Marxist kann ich deine Trennung zwischen "Unternehmer" und "Anleger" nicht so ganz nachvollziehen. Beide beuten Lohnabhängige aus, indem sie sich die Arbeit anderer aneignen. Der Unterschied besteht nur darin, dass der eine sich die Nehrarbeit als Nehrwert als Unternehmergewinn einstreichen, der andere als Zins oder Dividende. Es ist ja keine moralische Frage, wie man zu Unternehmern oder Anlegern steht. Linke lehnen Unternehmer wie Anleger als Charaktermasken ab und nicht als Individuen, weil sie als mit "Willen und Bewusstsein begabtes Kapital", als "Charaktermasken" des Kapitals fungieren. Marx schrieb das im Vorwort zum Kapital auch selbst so. Die Kapitalist*innen sind "die Personifikation ökonomischer Kategorien [.] Träger von bestimmten Klassenverhältnissen und Interessen", und er sagt dazu "Weniger als jeder andere kann mein Standpunkt […] den einzelnen verantwortlich machen für Verhältnisse, deren Geschöpf er sozial bleibt, so sehr er sich auch subjektiv über sie erheben mag." (MEW 23, S. 16)
Privat können das trotzdem super Menschen sein, die versuchen im Rahmen der falschen Verhältnisse richtig zu handeln oder eben auch richtige Schweine. Das bleibt individuell zu beurteilen. Erst da greift sinnvollerweise ein moralisches Urteil, nicht schon bei der Funktion im Kapitalismus.