@johanhartle endlich der quitessential "das rote wien" text bei jacobin. ich frag mich, was wiener dazu sagen. ist das gras immer grüner auf der anderen seite?
@adyzymberi Danke für den Kommentar!
Ich würde (als Wahlwiener) auf drei Ebenen argumentieren:
1. Natürlich ist die Refeudalisierung des Wohnungsmarktes auch in Wien spürbar, das hat auch mit Fehlern und mangelhafter Mobilisierung der Sozialdemokratie zu tun. So sind die Mieten natürlich auch in Wien zunehmend zu hoch. Dafür wäre eine separate Analyse nötig.
2. Die Tradition des Roten Wien wirkt als ein Gründungsakt des Wiener Sozialismus bis heute nach. Insofern ist vieles weniger schlimm als in anderen europäischen Metropolen. Der kommunale und geförderte Wohnbau ist nach wie vor sehr stark. Das ist (in seinen Teilerfolgen) wohl nicht zu bestreiten.
3. Auch das austromarxistische Ursprungsprojekt hatte Mängel (nicht zuletzt ideologische, die sich auch in die Architektur des Roten Wien eingeschrieben haben). Die historischen Teilerfolge sind zu kontextualisieren und realistisch einzuordnen. (Dazu steht einiges in meinem Buch. )