Wenn Die Linke in Berlin am Ende des Abends wirklich 24% nach Hause nimmt, ist es ein wirklich stolzes und starkes Ergebnis — nothing to shake a finger at. Es zeigt auch, dass, drastisch anders als in Sachsen-Anhalt und MeckPomm, die Partei durchaus im populistischen Zeitalter punkten kann, wenn sie sich richtig verhält. Eigentlich müsste die Parteispitze nach diesem Wahlabend Tacheles sprechen und den Landesspitzen im Osten die Leviten lesen.
@Red_is_Queen Das sehe ich ein wenig anders. Ich denke, das BSW zieht in erster Linie Menschen an, die sich kulturell von der Linken entfremdet fühlen und in der Aussenpolitik eine Annäherung an Russland sich wünschen. Konservativ, ja, aber das sind keine Faschos. Beschreibt eigentlich eine ziemlich große Bevölkerungsgruppe in der BRD. Mich wundert es eher, dass das BSW doch so schlecht abschneidet.
@lorenbalhorn ich hatte mit einem BSW-Ordner in Berlin auf einer Demo gegen Sozialabbau gesprochen- der hat mir ganz offen erzählt, dass sie bei sich vor Ort / auf kommunaler Ebene (Thüringen oder Meck-Pom) bereits erfolgreich zusammenarbeiten würden mit der AfD, auch die Demo dort wurde gemeinsam von BSW und AfD veranstaltet und ich hatte in München auf einer Friedensdemo mit einem Vertreter von der BSW-Jugend diskutiert und ihn direkt gefragt: seid ihr Faschos? ich bekam kein klares nein, stattdessen er wollte mit mir den Fascho-Begriff auf Uni-Ebene diskutieren, auch seine Mitstreiter mit BSW-Flaggen haben dazu geschwiegen. Ich bin mir deswegen nicht sicher, ob nicht zumindest ein Teil davon sich als Faschisten verstehen. Ich kann ja auch Verständnis für Menschen in Rußland haben ohne für BSW oder AfD zu sympathisieren. Ich kann zumindest nichts Positives am BSW sehen, außer für Rechte, die keine CDU mehr wählen mögen, aber den AfD auch nicht aus mir unbekannten Gründen.
@lorenbalhorn auf jeden fall. es ist auch spannend, wie schwach die AfD ist, wenn die linke so stark ist.
@magdalena Ich denke, das hat zumindest genauso viel mit der Demographie Berlins zu tun, aber ja, es ist klar, was funktioniert und was nicht. Angepasst, staatstragend, nett – darauf haben Wähler in diesem politischen Klima kein Bock mehr. Ich weiß halt nicht, ob die Ostlandesverände sich eine andere Politik überhaupt noch vorstellen können.
@lorenbalhorn absolut, aber auch berlin hat in seinen außenbezirken sehr viele potentielle wählende für die AfD. die fpö hat in wien 2015 rund ein Drittel der Stimmen erreicht. dass sie in berlin so schwer fuß fassen kann, finde ich zumindest interessant.
aber ja: in der linken im osten bräuchte es wirklich eine massive veränderung.
@magdalena Ausser, es hat sich etwas Dramatisches gewandelt in den letzten Jahren, vermute ich, dass da, wo die AfD stark ist, Die Linke nach wie vor sehr schwach ist. Interessant werden die Ergebnisse im Detail in Orten wie Britz, Rudow, etc., wo Die Linke sehr gezielt versucht, Strukturen aufzubauen, trotz schwarz-blauer Hegemonie.
@lorenbalhorn zum Glück ist Berlin eine intellektuell geprägte Großstadt- in Meck-Pom hätte es auch mehr werden können, wenn man die Linke womöglich auch mehr mit linken Themen des Alltags assoziiert hätte. Was sind das überhaupt für Menschen, die dieses BSW wählen? Für Faschos haben wir doch die AfD schon als Heimat?