Ohne Kiezteams keine Vergesellschaftung!
Hallo Jacobin social!
Wir sind die Iniative Deutsche Wohnen & Co enteignen. Wir kämpfen seit vielen Jahren für die Vergesellschaftung von großen und profitorientierten Immobilienkonzernen in Berlin und haben 2021 einen sehr erfolgreichen Volksentscheid auf die Beine gestellt. Und nein, wir sind kein Projekt der Linkspartei, auch wenn das viele Leute aktuell durcheinanderbringen 😉
Wie haben wir es geschafft, nach Jahren der Verschleppung, Abwartephasen und teils wenig Medieninteresse (zumindest bis vor einigen Monaten...) immer noch stadtweit aktiv zu sein und in den letzten zwei Jahren sogar wieder zu wachsen? Mit starker und vielfältiger Basisarbeit in den Kiezen!
Als parteiunabhängige und basisdemokratische Initiative sind wir aktuell in verschiedenen AGs organisiert, z.B. Öffentlichkeitsarbeit und Presse, Finanzen, Aktionen, oder die AG Starthilfe, die u.a. Organizingprojekte in Siedlungen der Enteignungskandidaten unterstützt. Darüber hinaus haben wir 12 sogenannte Kiezteams, die sich selbst organisieren und relativ autark sind. Die Kiezteams waren eigentlich nur für die Unterschriftensammlung im Jahr 2021 gedacht. Sie sind aber nach dem gewonnenen Volksentscheid bestehen geblieben und haben die Initiative auch durch schwierige oder „ziellose“ Phasen getragen.
Vor Ort bleiben sie mit Nachbar*innen im Kontakt, informieren über den aktuellen Stand der Initiative, unterstützen Mieter*innen und gewinnen neue Mitstreiter*innen.
So unterschiedlich die Stadtteile in Berlin sind, so unterschiedlich sind auch unsere Kiezteams in ihren Aktionsformen und Schwerpunkten: Sie veranstalten z.B. Küfas, Kiezversammlungen, oder Kundgebungen, sind präsent auf Straßenfesten, unterstützen Hausgemeinschaften und Mieter*innen, organisieren Rat&Tat-Cafés gemeinsam mit dem Berliner Mieterverein. Sie knüpfen lokale Bündnisse und vernetzen sich mit anderen Initiativen oder starten eigene Organizing-Projekte in Siedlungen und und und...
Kurzum: Die Kiezteams verankern die Idee der Vergesellschaftung in den Kiezen und bauen wichtige Nachbarschaftsstrukturen auf. Sie halten seit fünf Jahren den Druck aufrecht und sind ein wichtiges Fundament für das Weiterbestehen von DWE nach dem Volksentscheid.
Auch jetzt nach der Wahl sind wir weiter in den Kiezen am Start! Wir machen so lange weiter, bis die Parteien ihre Wahlversprechen einlösen und die Vergesellschaftung endlich umsetzen (Looking at you, RRG...)!
Ihr wollt mitmachen? Meldet euch jetzt für unser nächstes Neuentreffen an, am 19. Oktober im Kiezraum Dragonerareal. Oder schreibt eurem Kiezteam: dwenteignen.de/mitmachen
@dw_enteignen Und wenn ihr von »ziellosen« Phasen sprecht – wie ist diese Entwicklung abgelaufen hin zu der Organizing-Arbeit, die ihr jetzt auch abseits vom Kampf für die Umsetzung des Volksentscheids macht? Wie hat man es geschafft, die aktiven Leute »bei der Stange« zu halten, bzw. gab es dieses Problem jemals?
Hatte 2021 für meine BA viel mit Aktivist*innen von DWE gesprochen und bin danach erst vor anderthalb Jahren wieder nach Berlin und mit DWE in Kontakt gekommen – hab' definitiv das Gefühl, dass ihr euch in der Zeit stark gewandelt habt und mich daher auch persönlich oft gefragt, wie genau die neue politische Situation zu einem Wandel in der Orga geführt hat 👀