Hahaha das Zitat auf der Rückseite so geil. Noch im Treppenhaus laut gelacht. Freu mich die Tage rein zu lesen 😋
- Beigetreten
sollte es wirklich zu rot-rot-grün kommen, wird die linke mit voller härte in die koalitionsverhandlungen gehen müssen. mit klaren roten linien und ohne unliebsame bezirksverbände zu opfern.
wenn ich mir ansehe, wie die hauptstadtpresse heute reagiert, sieht es so aus, als seien die attacken der letzten wochen erst der anfang gewesen. die partei kämpft nicht nur gegen den gesamten bürgerlichen medienapparat und alle anderen politischen mitbewerber, sondern auch gegen die reaktionären in ihren eigenen reihen. ich hoffe, dass sie darauf vorbereitet ist.
Ich kann die Populismus-Definition »einfache Antworten auf komplizierte Fragen« nicht mehr hören. Als würden elitistische Parteien nicht genauso einfache Antworten geben: »Wir können uns das nicht mehr leisten!«
Und genauso geht mir die Demokratie-Definition »miteinander reden« auf den Geist. Bekanntlich ist ja demos altgriechisch für »zusammen« und krateis heißt »sprechen«.
(Ja, ich habe Lanz geschaut.)
@ErikUden ja ich hoffe das kam mit dem Erich Fried Zitat heraus - aber natürlich meinte ich dass Antifaschismus als politisches Programm allein nicht ausreicht. Und oft ist es ja nichtmal das, sondern nur so Szene Folklore und identitäres Distinktionsgebahren.
Das dort praktischer Selbstschutz organisiert wird ist ja unbenommen und auch gar nicht Gegenstand der Kritik. Das Dilemma ist, und hier spreche ich spezifisch über meine Erfahrung als Ossikind (Döbeln, Jena, Leipzig), dass diese Wagenburgmentalität, die die Linke und Antifa im Osten entwickelt haben zu dem geführt hat, was Chantal Mouffe als die "Negation des Politischen" bezeichnet.
Selten wurde das deutlicher als "Antifaschistin aus Anstand" auf die Wahlplakate gedruckt wurde. Dem politischen Subjekt als moralisch urteilende Instanz gegenüber treten anstatt als politische Interessenvertretung - das mag als moralische Selbstvergewisserung im bereits linken Kiez taugen. Darüberhinaus sollten sich insbesondere auch die Ostverbände aber mal fragen warum sie so stagnieren, und was Nam Duy Nguyen und Mustafa Groener anders machen.
Wenn ich so die Reaktionen zur Wahl in Sachsen-Anhalt aus meinem alten Kiez Connewitz sehe, wird mir immer klarer, wie groß mit der geographischen auch die politische Distanz geworden ist.
Das ist jetzt vielleicht hart, aber man muss hier von identitärer Antifa sprechen, ganz nach Erich Fried:
»Ein Faschist, der nichts ist als ein Faschist, ist ein Faschist. Ein Antifaschist, der nichts ist als ein Antifaschist, ist kein Antifaschist.«
Stay safe Leute, konkreter Selbstschutz wird wahrlich so nötig wie seit den 90ern nicht mehr. Aber Antifa als politisches Programm, wenn es denn je eins war, ist gescheitert.