Also mittlerweile habe ich über einen anderen Kanal einen kleinen Lesekreis in München bilden können. Wir lesen gerade noch "Kapitalismus Global" von Branko Milanovic. Danach wollen wir "Dialektik der Aufklärung" von Max Horkheimer und Theoder W. Adorno lesen. Wer möchte, kann sich gerne anschließen! Grüße, Ken.
Hallo, ich bin aus München.
youtu.be/cZ7LzE3u7Bw?si=_rG1...
"Euch geht es doch gut, ihr habt fließend Wasser und Handys!" – Dieses Mantra neoliberaler Kommentatoren soll jegliche Kritik an wachsender Ungleichheit im Keim ersticken. Doch Richard Wilkinson hat schon vor Jahren in seinem TED-Talk gezeigt, warum dieser Vergleich völlig am Menschen vorbeigeht.
In saturierten Industrienationen korreliert ein höheres Bruttoinlandsprodukt nicht mehr mit mehr Lebenserwartung oder Wohlbefinden. Was stattdessen zählt, ist die relative Ungleichheit innerhalb einer Gesellschaft. Als soziale Wesen vergleichen wir uns mit unserem Umfeld. Wenn die Einkommenskluft wächst, entsteht chronischer Statusstress.
Psychologische Studien belegen: Nichts treibt den Cortisolspiegel (das Stresshormon) verlässlicher in die Höhe als der sogenannte Social Evaluative Threat – die Erfahrung, von anderen abgewertet, missachtet oder als Versager bewertet zu werden. In extrem ungleichen Gesellschaften kollabiert das zwischenmenschliche Vertrauen von 65 % auf unter 15 %.
Wenn Verteilungsfragen ignoriert werden, schlägt die psychosoziale Belastung in politische Wut um. Wenn Parteien der Mitte sagen "Stellt euch nicht so an", treffen Demagogen wie Trump ("I am your retaliation") oder die AfD genau diesen Nerv. Der Aufstieg des Rechtspopulismus ist die Quittung für Jahrzehnte neoliberaler Abwertung.
Wer die Demokratie sichern will, muss die Lücke zwischen Arm und Reich schließen. Umverteilung ist kein Luxus – sie ist Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Weiterer sehenswerter TED-Talk von ihm: youtu.be/gAHI34ivbgs?si=n72D...
ich starte vielleicht bald einen psychoanalyse-lesekreis (für laien, kein marxbro uni-seminar bitte entspannt euch) in berlin...
hat jemand tipps, was man beachten muss? also nicht inhaltlich, sondern organisatorisch. ich hab zu coronazeiten mal einen lesekreis gestartet, bei dem ich in der letzten sitzung zu zweit da saß. IRL lesekreis hatte ich noch nie
und seid ihr team jeder liest das gleiche buch oder eher jeder bringt einen auszug / ein paper mit?
Also an der Uni früher fand ich es oft am angenehmsten, wenn man tatsächlich zusammen den Text gelesen hat. Dann schafft man zwar nur 10-20 Seiten, je nachdem, aber alle kommen und denken mit und man erarbeitet sich in der gemeinsamen Diskussion den Text. Das macht meistens richtig viel Spaß .
Oder ein Kompromiss - eine kleine Textmenge vorbereitet haben und dann wie oben zusammen weiterlesen. Das wäre mein Vorschlag 😄
Ich wünsche dir , dass er zustande kommt - leider wohne ich nicht in Berlin, sonst würde ich mitmachen .
Hallo, gibt es schon eine Lesegruppe in München?
Ich lese gerne Marx, Milanovic, Piketty etc. Es würde mich freuen, wenn man sich austauschen könnte.
Was Marx uns über Künstliche Intelligenz sagen kann